Ungefähr 90 km liegt Bordeaux landeinwärts und das Flußdelta, an seiner Mündung ca. 11 km breit, trägt bis zum Zusammenfluß der Dordogne mit der Garonne den Namen Gironde. Auf der Südseite der Gironde liegen dann auch mit einer Länge von ca. 80 km die berühmten Weinbaugebiete des Bordeaux mit so berühmten Dörfern wie St. Emilion oder Pomerol. Die Weinfelder sind von Bord aus wunderbar zu sehen und mittendrin leuchtet in hellem Weiß dann das eine oder andere „Chateau“. So wird hier, unabhängig von seiner Größe und Prächtigkeit, fast jedes Haus eines Weingutes genannt.

Um in Bordeaux einzufahren, müssen wir die Pont Jacques Chaban-Delmas queren, eine elegante Hubbrücke, die erst 2011 eröffnet wurde und eigens dafür gebaut, daß Kreuzfahrtschiffe bis vor die prächtige Stadtkulisse fahren können. Für eine Querung wird der Straßenverkehr, der über die Brücke führt, für eineinhalb Stunden unterbrochen.

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Pont Jacques Chaban-Delmas

Durch die geöffnete Brücke sehen wir dann MS EUROPA2 liegen, denn in Bordeaux findet heute ein denkwürdiges Schwesterntreffen statt: zum ersten Mal überhaupt liegen MS EUROPA und MS EUROPA2 gleichzeitig in einem Hafen. Das wird natürlich gefeiert und Gäste und Crews besuchen sich tagsüber gegenseitig und am Abend gibt es auf MS EUROPA2 dann eine große Poolparty mit einem Konzert der Pop-Ikone Kim Wilde (Ye remember?).

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MS EUROPA2 (vorne) und MS EUROPA vor der Kulisse von Bordeaux

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Kim Wilde auf EUROPA2

DSC04992DSC04986Zum Abschluss des Konzertes und Auftakt der eigentlichen Party gibt es dann ein großes Feuerwerk, das von einem Boot inmitten der Garonne in den klaren Nachthimmel von Bordeaux geschossen wird.

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Klassizistische Fassaden am Ufer der Garonne; im Hintergrund die Stadtpfarrkirche St. Michel mit ihrem markanten Turm

Natürlich bleibt in den zwei Tagen, die wir hier sind auch noch etwas Zeit, sich der wunderbaren Stadt Bordeaux zu widmen. Noch in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine vom Industrie- und Hafensmog verrußte Stadt mit einer Art Stadtautobahn direkt am Ufer der Garonne, hat sich diese Stadt neu erfunden und begeistert jedes Mal aufs Neue.

Der Hochseehafen ist Richtung Atlantik verlegt worden, die ehemals rußigen Häuser und Paläste zeigen wieder die warmen honigfarbenen Töne des Sandsteines, aus dem sie gebaut wurden, die fast drei Kilometer lange Stadtfassade zum Fluß strahlt und aus der Stadtautobahn wurde eine Garten- und Parkanlage.

DSC05013Zentraler Punkt dieser Erneuerungen am Ufer der Garonne ist der sogenannte „Miroir“, ein großes Wasserbecken, das nur 3cm tief ist und in dem sich die prächtigen Fassaden spiegeln. Aus dieser Wasserfläche können aber auch Quellen gurgeln, kleine Fontänen oder aber Sprühnebel aufsteigen. Daß dieses Wasserbecken für große und kleine Kinder ein wunderbarer Platz ist, sich bei 30°C ein bißchen Erfrischung zu bescheren, versteht sich von selbst.

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Teilansicht des Treppenhauses im ehemaligen Arbeitsamt

Bei einer Fahrradtour, die ich am Vormittag durch die Innenstadt mache, entdecke ich ein Art-Deco-Gebäude, in dem sich wohl einmal das zentrale Arbeitsamt befunden hat. Die Hausmeister laden mich ein, auch das Innere zu besuchen und ich entdecke unter anderem ein hochelegantes Treppenhaus.

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Blick durch die Porte d’Aquitaine in Richtung Norden

Von der Place de la Victoire mit seinem klassizistischen Triumphbogen hat man einen schönen Blick auf die Rue Ste. Catherine, die die Stadt auf einer Länge von fast 2 km von Norden nach Süden durchschneidet.

An unser letztes Ziel, Santiago di Compostela, erinnert die bronzene Pilgermuschel, die an vielen Stellen der Stadt in den Pflasterbelag eingelegt ist. Bordeaux war eine der wichtigsten Stationen auf dem Weg von Nord- und Osteuropa nach Galicien, denn nur an dieser Stelle ließ sich die Garonne mit wenig Aufwand und Gefahr überqueren.

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Written by Stephan Börries

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