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Blick auf die Insel Jersey

Heute Morgen wollten wir eigentlich Jersey anlaufen, eine der Kanalinseln, die zwar direkt vor der Küste der Normandie liegen, aber politisch zu England gehören. Die Inseln, zu denen auch Guernsey, Sark und ein paar weitere kleinere Inseln gehören, haben einen Sonderstatus, gehören nicht zur EU und gelten daher als sogenannte Steuerparadiese, von denen in der letzten Zeit ja viel gesprochen wurde. Aus dem Plan wird jedoch nichts, denn bei Nebel mit einer Sichtweite von nicht mehr als 50m, ist ein Übersetzen mit den Tendern nicht möglich und für den Hafen von St. Helier ist MS EUROPA dann doch zu groß.
Also werden auch alle Ausflüge abgesagt und für den Vormittag ein Vortragsprogramm improvisiert.

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Ankunft vor Sark

Am frühen Nachmittag erreichen wir dann Sark, eine noch kleinere Insel und zum Glück haben sich die Verhältnisse soweit gebessert, daß wir auf Reede liegen können und mit den Tendern nach Sark übersetzen können. Auf der Insel Sark gibt es keinen Autoverkehr. Alle Transporte werden mit Traktoren und Anhängern, oder per Pferdekutsche durchgeführt.

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Der Garten der Seigneurie auf der Insel Sark

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Fußweg vom Hafen zum Dorf

Wenn man vom Hafen in das Dorf aufsteigen möchte kann man auch einen Fußweg nehmen, der den Ankommenden mit der üppigen Vegetation begrüßt, die sich wegen des milden Klimas hier an windgeschützten Stellen entwickeln kann.

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Es gibt auch Fahrradverleihe, aber das einzige Fahrrad, das ich auf dem Hof eines Verleihers finde, muß erst noch wieder zusammenmontiert werden. Also mache ich mich zu Fuß auf den Weg zur Seigneurie, das ist der Herrensitz der Familie, der fast die ganze Insel gehört und die bis vor einiger Zeit hier noch in einer Art Feudalsystem die öffentlichen Angelegenheiten verantwortet hat.

Die Seigneurie (die Bezeichnungen klingen vielfach Französisch, werden aber englisch ausgesprochen) ist von einem schönen Garten umgeben, den man gegen entsprechendes Eintrittsgeld besuchen kann. Die letzten Frühlingsblüher leuchten mit den ersten Frühsommerblumen um die Wette, aber an den Kamelien und anderen Pflanzen sieht man, daß es hier neulich noch einen Kälteschock gegeben haben muß.
Für die letzten Tenderboote zurück zum Schiff wird die Überfahrt zu einem kleinen Abenteuer, denn gegen Abend legt sich ziemlich plötzlich einen Nebeldecke über die Insel, so daß sich die Boote den Weg zurück durch dicken Nebel suchen müssen.
Fast planmäßig wird dann doch der Anker gelichtet und unsere Fahrt geht weiter nach Portland, wo wir morgen früh sein wollen.

 

Written by Stephan Börries

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