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Cobh am Morgen

Irland an einem Tag, das ist unser Programm heute! Am frühen Morgen läuft MS EUROPA in Cobh ein und zunächst ist es wieder einmal recht dunkel und sieht nach Regen aus, aber im Laufe des Tages wird das Wetter immer besser. Cobh ist ein natürlicher Hafen an der Ostküste Irlands und bis zur Unabhängigkeit der grünen Insel im Jahre 1921 war hier einer der Hauptstützpunkte der königlich englischen Marine. Entsprechend gespickt mit Forts und Festungen aus allen Jahrhunderten ist denn auch die Hafeneinfahrt. Die Stadt mit ihren teilweise sehr farbenfrohen Häusern ist wie auf Terrassen einen steilen Hang hinauf gebaut und wird dominiert von der St. Colman’s Cathedral.

Corbh war einer der Orte, von denen im 19.Jahrhundert viele Iren dem Hunger und der Arbeitslosigkeit durch Auswanderung zu entfliehen suchten; allein von hier haben sich ca. 3 Millionen Menschen auf den Weg über die Ozeane gemacht. Der Hafen steht auch in enger Beziehung zu zwei großen Schiffskatastrophen des frühen 20. Jahrhunderts: Am 11.4.1912 legte die Titanic hier zum letzen Mal aus einem Hafen ab und nur 3 Jahre später wurde am 7.5.1915 hier in der Nähe das englische Passagierschiff Lusitania durch deutsche Torpedoboote versenkt und ca. 1200 Menschen ertranken.

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Buttevant Friary

Unser Tag führt uns als Erstes ins Landesinnere, durch die Grafschaft Cork bis nach Buttevant. In diesem kleinen Dorf, das von den anglo-normannischen Eroberern vor ungefähr 950 Jahren angelegt wurde, werden wir vom Vorsitzenden des Heimatvereines empfangen. Wir wollen uns die Ruine des ehemaligen Franziskanerklosters und den romantischen Friedhof drumherum anschauen und da wohl nur sehr selten ein ganzer Bus mit Touristen hierher kommt, bittet er uns um ein Gruppenphoto vor der Kirche (das wahrscheinlich morgen in der Lokalzeitung veröffentlicht werden wird).

Gleich neben Buttevant liegt eine andere Sehenswürdigkeit auf dem Gelände einer ehemaligen Augustiner-Abtei Ballybeg, die ebenfalls nur noch als Ruine erhalten ist. Hier steht ein mittelalterlicher Taubenturm, der von außen recht unscheinbar ist, im Inneren über 350 Nischen für Taubennester und ein „falsches Gewölbe“ hat, das sehr, sehr, sehr entfernt an das Pantheon in Rom erinnert.

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Der Taubenturm (Columbarium) neben den Ruinen von Ballybeg

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Das Innere des Columbariums

Wir fahren weiter nach Blarney Castle, einer Burg (-ruine) vom Anfang des 15. Jahrhunderts, mit der eine ganze Reihe von Sagen und Mythen verbunden sind. Im umfangreichen Park stehen Baumriesen, fließen Bäche und natürlich gibt es hier Feengrotten und Druidenkreise…..

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Am River Lee in Cork

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Mut zur Farbe in Cork

Zu später Mittagszeit endet der Ausflug wieder am Schiff und nach einer kurzen Stärkung geht es in kleiner Besetzung dann mit der Eisenbahn nach Cork, der Hauptstadt der County. Bei einem Spaziergang durch die Stadt fällt auch hier die Freude zur Farbe ins Auge. Es gibt vielleicht keine überwältigenden Sehenswürdigkeiten, aber viele Details und schrullige Ecken machen den Stadtspaziergang zu einem echten Vergnügen. Selbstverständlich beschließen wir den Besuch in Cork mit einem anständigen Pint Bier in einem hiesigen Pub. Mit einer wunderbaren Eisenbahnfahrt entlang des River Lee zurück nach Cobh geht unser Tag in Irland zu Ende und wir hatten wirklich alles dabei: mittelalterliche Kirchenruinen mit schiefen Grabsteinen, Feensagen und Farne, Pint und Pub.

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Irischer Humor in der Markthalle von Cork

 

Written by Stephan Börries

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