Tama-U-Dun, die königlichen Mausoleen von Naha

Naha heißt der Hafen, den wir heute erreichen und so heißt auch die Stadt auf der Insel Okinawa, der größten innerhalb der Ryukyu-Inseln. Okinawa war die Insel der us-amerikanischen Landung im zweiten Weltkrieg, von hier aus wurde schließlich der Aggressor Japan bezwungen. Man wählte die Insel wegen ihrer strategischen Lage innerhalb Ostasiens und diese Lage war es auch, die Okinawa vom 14. Bis 16. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Handelsplätze der Weltregion machte. Der König von Ryukyu war zwar offiziell ein Vasall des chinesischen Kaisers, aber der war weit weg und solange die Ming Dynastie herrschte, ließ man das entfernte Königreich schalten und walten. In diesem goldenen Zeitalter war Okinawa ein Umschlagplatz für Waren aus China und Japan, Korea, Thailand, Malakka und den Philippinen. Zur Zeit des Shogunats geriet das Königreich unter die Herrschaftssphäre der Shimizu von Satsuma aus Kyushu bis es dann mit der Meiji-Restauration gegen Ende des 19.Jahrhunderts gänzlich im japanischen Staatssystem aufging.

Die Insel Okinawa gilt heute als die Region mit der höchsten Lebenserwartung. Viele Forschungen wollen dieses Phänomen ergründen, dabei liegt die Lösung in einem Sprichwort, das sich unter den Japanern, die die alten Traditionen der Lebensweise befolgen: „von allem etwas, von nichts zuviel“.

Unser heutiger Tag beginnt auf der Burg Shuri in Naha, dem Hauptsitz der Könige von Ryukyu. Nachdem die gesamte Burganlage mit allen Gebäuden und Befestigungen im Verlauf der monatelangen Schlacht um Okinawa 1945 zerstört worden waren, hat man die Anlage wieder aufgebaut und sie heute als Museum zugänglich gemacht.

Shuri, Haupthalle des königsschlosses

Der Hundslöwe Shisa als Wasserhahn auf der Museumstoilette

Zu Mittag sind wir in einem traditionellen Restaurant, wo wir aber (zum Glück) nicht im Schneidersitz oder kniend essen müssen; man hat Vertiefungen unter den niedrigen Tischen geschaffen, so daß auch wir „Langnasen“ bequem essen können. Eine ehemalige Awamori-Brennerei ist dem Restaurant angeschlossen und wir erfahren hier noch Einzelheiten über diesen Schnaps (37°Vol), der aus thailändischem Reis, einem schwarzen Schimmelpilz, Hefe und Wasser gebraut wird.

alte Schweinekoben auf Okinawa

Später geht es dann nach Nakagusuku, ebenfalls einer großen Burganlage aus der Zeit der Könige, bei der jedoch lediglich die Befestigungen wiederhergestellt worden sind. Damit es heute nicht nur königlich zugeht, besuchen wir noch das Wohnhaus eines wohlhabenden Kaufmanns in Nakamurake aus dem 18. Jahrhundert mit seinen Nebengebäuden und den Innenräumen, die auch mit Möbeln und Haushaltsgerät ausgestattet sind. Hier dürfen wir sogar, natürlich nicht ohne uns vorher der schuhe entledigt zu haben, die mit Tatami ausgelegten Räume betreten und bekommen einen Eindruck von täglichen Leben eines wohlhabenden Japaners der damaligen Zeit.

 

Das Nordtor der ehemaligen Burg Nakagusuku

historische Wohnräume im Nakamura Haus

 

Written by Stephan Börries

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