Müllfahrzeug (in jeder Hinsicht) hinter der Kathedrale

Nach 12 Stunden Flug ab Frankfurt, 7 Stunden Zeitverschiebung, Einreiseformalitäten und einer Stunde Transfer vom Flughafen sind wir gestern glücklich in unserem Hotel am Paseo de la Reforma, dem Prachtboulevard von Mexico-Stadt angekommen. Neben den Anstrengungen der Reise gilt es, sich auch in der Höhe von 2200 Metern über dem Meeresspiegel zu akklimatisieren. Und heute Morgen ging es dann gleich los in das historische Zentrum der Stadt, die offiziell 20 Millionen Einwohner hat, aber inoffizielle Angaben sprechen auch von bis zu 25 Millionen. Das Zentrum der historischen Stadt liegt rund um den Zocalo, dem riesigen Hauptplatz. Hier stehen die Kathedrale, der Regierungspalast und auch das archäologische Gelände, auf dem die Reste der Atztekentempel und Pyramiden ausgegraben und erforscht werden. Als die Spanier 1521 unter Hernando Cortez die Hauptstadt des Atztekenreiches, die damals schon mehr als einhunderttausend Einwohner zählte, erobert hatten, ließen sie die Bauten, die sie hier vorfanden, schleifen und errichteten auf den Trümmern ihre monumentalen Bauten. Nicht nur die riesige Kathedrale, auch die Häuser und Paläste in der Umgebung, sind teilweise schief geneigt. Das liegt zum einen am sumpfigen Untergrund (die Atzteken hatten ihre Hauptstadt auf Pfählen in einen flachen See gestellt) und zum anderen an den Erdbeben, die die Stadt im Laufe der Jahrhunderte immer wieder heimgesucht haben. Im Regierungspalast besichtigen wir die Fresken, die Diego Rivera hier in den Jahren 1929 bis 1930 gemalt hat und in denen er die Geschichte und die Kultur Mexicos auf den Wänden des Palastes dargestellt hat.

Innenhof des Palacio Nacional

Ausschnitt aus den Fresken Diego Riveras im Palacio Nacional

Seitenansicht der Kathedrale von Mexico-Stadt

Natürlich besuchen wir auch die Kathedrale, die mit ihrem üppigen spanischen Kolonialbarock, den man auch Churriguerismus nennt, dominiert.

Platz in Coyoacan

 

Mega-Zucker-Lutscher

Dann geht es in das Viertel Coyoacan im Süden der Stadt, das heute ein beliebtes Viertel mit kolonialen Straßen und parkartigen Plätzen ist. Hier lebte der russische Revolutionär Leo Trotzki bis zu seiner Ermordung durch Stalins Handlanger im Jahre 1940. Berühmt ist das Viertel heute durch die Malerin Frida Kahlo.

Wie aus einem Bild von Frida Kahlo

Frida Kahlo, die von 1929 bis 1939 und dann ein zweites Mal von 1940 bis zu ihrem Tod mit Diego Rivera verheiratet war, lebte und arbeitete hier in ihrem blauen Haus, das heute ein Museum ist. Nach dem Mittagessen machen wir einen Spaziergang durch das lebendige und bunte Viertel und besuchen das Haus der Malerin mit seinen ineinander geschachtelten Gebäuden, die um sehr schöne Gartenhöfe herum angelegt sind.

Die Farben am Haus von Frida Kahlo

Im Speisezimmer des blauen Hauses

Und um uns daran zu erinnern, dass wir hier mitten in der Regenzeit reisen, geht am Nachmittag ein gewaltiger Regenguss auf die Stadt nieder, den die Kanalisation zum Teil gar nicht aufnehmen kann, was zum Teil daran liegt, dass die Menschen hier teilweise auch ihren Müll darin entsorgen, was dann natürlich zu Verstopfungen und demzufolge zu Überschwemmungen führt.

Written by Stephan Börries

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code