Einfahrt in den Panama-Kanal bei den Miraflores-Schleusen (Pazifik)

Der Panamakanal wurde 1914 eingeweiht und ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Erde. Etwa 14.300 Schiffe befahren den Kanal, der am Isthmus von Panama den atlantischen mit dem pazifischen Ozean verbindet, jedes Jahr. Damit erspart sich die Schiffahrt den Weg um das Kap Hoorn an der Spitze Südamerikas. Den Kanal muß man sich wie einen Stausee mit zwei Staumauern auf der jeweiligen Ozeanseite vorstellen, wobei durch das Öffnen der jeweiligen Schleuse nach der Meerseite bei jedem Mal Millionen Kubikmeter Süßwasser ins Meer fließen. Das Wasser des Kanals speist sich aus den Zuflüssen, vor allem im Bereich des Gatun-Sees, der als der zweitgrößte Stausee der Erde gilt.

Blick zurück auf den Puente de las Americas und den Culebra-Cut

Bis 1999 standen der Kanal und seine Bewirtschaftung unter us-amerikanischer Kontrolle. Seither hat Panama die Hoheit über den Kanal. Um auch den immer größer werdenden Containerschiffen die Durchfahrt durch den Kanal zu ermöglichen, aber auch um eine weniger verlustreiche Wasserwirtschaft für die Versorgung des Kanalsystems zu gewährleisten, wurden an den Eingängen zum Kanal, der eigentlich ein riesiger Stausee ist, neue Schleusen mit Ausgleichsbecken gebaut, die eine Süßwasserersparnis von über 60% garantieren sollen. Diese neuen Schleusensysteme sind 2016 in Betrieb gegangen, aber nutzen heute noch die alten Schleusen bei der Ein-und Ausfahrt in den Kanal.

Wasserversorgung des Kanalsystems durch seitlich zufließende Flüsse

Kurz hinter den Schleusen von Miraflores in der Nähe von Panama-Stadt fahren wir unter dem Puente de las Americas hindurch. Diese Brücke war die erste über den Kanal und verbindet seit 1962 den nördlichen mit dem südlichen Teil der Panamericana, der Straße, auf der man von Alaska im Norden bis nach Feuerland im äußersten Süden Amerikas fahren kann.

luncheon-time auf dem Achterdeck

Der erste Teil des Panama-Kanals (vom Pazifik her kommend) gleicht mit seinen abgetragenen Felsen und Dämmen noch am ehesten anderen Kanälen. Aber schon nach ungefähr 20 Kilometern Fahrt weitet sich der Kanal zum riesigen Gatun-See, der durch den Bau des Kanals entstanden ist. Das weitverzweigte Gebiet ist mit tropischem Regenwald bestanden und in den zahllosen Buchten und auf den vielen Inseln, die durch die Flutung der Region entstanden sind, hat sich eine sehr Artenreiche Tier- und Pflanzenwelt entwickelt.

In den Gatun-Schleusen (Atlantik)

Die Position der Schiffe wird in den Schleusen durch kleine Lokomotiven („Mulis“) gesichert, die den Höhenunterschied auf 45° geneigten Rampen überwinden

Die Einfahrt in den atlantischen Ozean

Nach ungefähr acht Stunden haben wir die eindrucksvolle Passage hinter uns und fahren bei der Stadt Colon in den Atlantik ein.

Written by Stephan Börries

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