Bananenplantage bei Puerto Limon

Bananenstaude „al naturale“ mit dem männlichen Blütenstand unten, der in den Plantagen abgeschnitten wird

Puerto Limon ist der Haupthafen von Costa Rica an der Karibikküste und hat ca. 100.000 Einwohner, von denen die meisten afrikanischer Abstammung sind. Im späten 19. Jahrhundert wurden vor allem für den Bau der Eisenbahnlinie zwischen der Hauptstadt San José im Hochland und der Küste Arbeiter gebraucht, die man aus Jamaica hierher brachte. Die neue Bahnlinie ließ den Export, vor allem Bananen, schnell wachsen. Durch die riesigen Bananenplantagen führt uns denn auch die Nationalstraße von Puerto Limon in Richtung Hochland. Die Fruchtstände der Stauden sind mit blauen Plastiksäcken verhüllt, die Wasserflecken und Schädlingsbefall abhalten sollen. Zusätzlich werden die Plantagen aus der Luft mit Pesti- und Fungiziden besprüht, damit nur erstklassige Ware in Containern nach den USA und Europa verschifft werden.

Die Puertoricaner sprechen ein Spanisch, das stark angereichert ist, mit Verkleinerungsformen, weshalb sie in Lateinamerika auch „ticos“ genannt werden. Man versucht eben, sich das Leben so nett wie möglich zu machen und zur Bekräftigung dieser Lebenseinstellung gehört zu jedem Gruß und jeder kleinen Bemerkung der Ausruf: „pura vida“ (volles Leben)!

Die während des gesamten Jahres anhaltende hohe Luftfeuchtigkeit und die sehr große Jahresniederschlagsmenge mit 3.530 mm erschwert das tägliche Leben erheblich. Einen Teil dieser Niederschlagsmenge haben wir ab heute Mittag denn auch abbekommen.

Das Ziel unseres heutigen Tages ist eine Hazienda im Hochland, auf der Zuckerrohr, Macadamianüsse und Kaffee produziert wird. Die Hazienda liegt hoch über einem landschaftlich sehr schön Tal, in dem ein Stausee zur Gewinnung von Elektrizität angelegt wurde.

Auf der Hazienda

Die ersten Kaffeepflanzen wurden von den Engländern nach Costa Rica gebracht und galten zunächst lediglich als Zierpflanze. Um 1830 wurden die ersten Kaffee-Fincas eröffnet. Der Kaffee wurde damals noch mit Ochsenwagen zum Hafen von Puntarenas an der Pazifikküste gebracht und von dort aus exportiert. Heute gibt es rund 80.000 Kaffeeproduzenten und über 95 Beneficios (Kaffeeverarbeitungsbetriebe).

Blick in den Beichtstuhl der Haziendakapelle

Auf der Hazienda wird uns die Bearbeitung von Kaffeebohnen, das ist das Schälen, Trocknen und wieder Schälen der Kaffeebohnen und auch die Herstellung von Rohrzucker in der traditionellen Art gezeigt. Heute werden die Exportprodukte nicht mehr auf diese Weise bearbeitet, aber man bekommt doch einen anschaulichen Eindruck davon, wie z.B. aus Zuckerrohr durch Quetschen, Saften und Einkochen die Rohzuckermasse hergestellt wird.

 

Bushaltestelle im Hochland

 

Written by Stephan Börries

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code