Hernan Cortez, der Eroberer Mexicos, gründete 1524 die Stadt La Natividad dort, wo heute Puerto Cortez liegt. In der Folge wurde der Ort sowohl von Einheimischen zerstört und nach seiner Wiedergründung auch immer wieder von Piraten angegriffen. Das änderte sich erst durch den Bau der Festung Omoa im 18. Jahrhundert, die eine der mächtigsten Verteidigungsanlagen des gesamten spanischen Kolonialreiches wurde. 1869 erhielt die Stadt, die heute ca. 82.000 Einwohner hat, ihren heutigen Namen und wurde zum größten Seehafen von Honduras und einem der wichtigsten von Zentralamerika.

Von Puerto Cortez aus besuchen wir die einstige Mayametropole Copan. Sie ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit des Landes und liegt 185 km vom Golf von Honduras und nur 14 km von der Grenze nach Guatemala entfernt. Das Ausgrabungsgebiet im Tal des Copan-Flusses wurde durch archäologische Arbeiten, besonders zwischen 1891 und1895, weitgehend erschlossen und bietet mit seinen reich verzierten Stelen, Skulpturen, Altären und Überresten kolossaler Bauten einen guten Einblick in die letzte Periode der bedeutendsten südöstlichen Grenzstadt des Mayagebietes und dessen versunkene Kultur.

Unser Flugzeug nach Copan

Um die Fahrtzeit von Puerto Cortez nach Copan abzukürzen, fliegen wir in zwei kleinen Gruppen mit Privatflugzeugen und haben auf diese Weise Gelegenheit, ein Stückchen von Honduras aus der Luft kennen zu lernen. Bei klarer Sicht und nicht allzu großer Flughöhe lassen wir das flache Küstenland hinter uns und landen nach 45 Minuten Flugzeit in der Nähe von Copan. Das „Flughafenterminal“ dort hat die Größe eines Einfamilienhauses und offenbar haben bis kurz vor unserer Landung auf dem Gelände noch Kühe geweidet, was an den teilweise noch frischen Kuhfladen am Abfertigungsgebäude zu erkennen ist.

Über dem Hochland von Honduras

Den Vormittag über besichtigen wir den zugänglichen Hauptteil der Anlage, die in ihrer Gesamtheit auch heute noch erst zu einem Zehntel archäologisch erforscht ist. Die Tempel- und Pyramidenruinen werden eingerahmt von einer üppigen Vegetation, die noch vor 120 Jahren alle Gebäudereste des Mayazentrums überwuchert hatte. Copan, das schon um 900v.Chr. wie andere Mayastätten der klassischen Periode, vollständig verlassen worden war, wurde zwar schon von den spanischen Eroberern im 16. Jhdt. entdeckt, aber bis zu seiner archäologischen Erforschung sollten noch einmal fast 300 Jahre vergehen.

Ein Teil der Akropolis von Copan

Die Vegetation hält die Reste der Ruinen fest

Der „Ballspielplatz“ von Copan

Über die Gründe für den Niedergang der Mayazentren gibt es viele Theorien. Am wahrscheinlichsten scheint mir diejenige, die von einem Zusammenbruch der Versorgungssysteme infolge übergroßer Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in Zusammenhang mit der Auflösung der politischen und sozialen Systeme ausgeht. Aber auch wenn die Schrift der Maya in den letzten Jahrzehnten des zwanzigsten Jhdts. Fast vollständig gelungen ist, bleiben viele Rätsel um dieses Volk immer noch ungelöst. Auch das trägt sicherlich zur großen Faszination der Maya bei.

In den Straßen von „Neu-Copan“

….lässig………

Zufahrt am Flugplatz von Copan

 

Written by Stephan Börries

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