Waren wir gestern noch mit dem Flugzeug unterwegs zu den Maya in Copan, geht es heute mit dem Schnellboot nach Lamanai, einer Mayastätte im Hinterland von Belize.

Das kleine Land Belize (ca. 360.000 Einwohner) ist erst seit 1981 unabhängig und vorher war es als British-Honduras eine Kronkolonie Englands. Die Briten hatten auf Erdölfunde vor der Küste gehofft und als das große Barrier-Riff, das sich von Honduras bis hinauf nach Yucatan erstreckt, unter Schutz gestellt wurde und es kaum noch Aussichten auf eine Erdölgewinnung gab, entließen sie die Kronkolonie in die Unabhängigkeit. Industrie gibt es hier keine, auch kein Militär (wie in Costa Rica) und außer dem langsam stärker werdenden Tourismus kommen die Einnahmen Belizes aus dem Export von landwirtschaftlichen Produkten und etwas Fischfang. 70% der landwirtschaftlichen Produktion wird übrigens von Mennoniten erbracht, die nach 1981 aus Deutschland, den Niederlanden und Kanada nach Belize eingewandert sind und heute 3% der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Unser Weg heute geht erst einmal neunzig Minuten auf der Nationalstraße nach Norden in Richtung Mexico bis wir zum New River kommen, von wo uns ein Schnellboot in ungefähr einstündiger Fahrt auf dem Fluß nach Lamanai bringt. Diese Maya-Stätte ist kaum anders als über das Wasser zu erreichen und wird deshalb von nur relativ wenigen Touristen besucht.

Mit dem Schnellboot auf dem New River

Dieser kleine Wasservogel läuft auf den Seerosenblättern

Bei den Pyramiden von Lamanai

Eine der Masken am gleichnamigen Tempel

Aussicht von der großen Pyramide auf Dschungel und See

Die Anlage ist wie auch viele andere nur zu einem kleinen Teil ausgegraben worden. Aber anders als bei den meisten anderen Pyramiden, kann man in Lamanai noch auf die Hauptpyramide hinaufsteigen und steht dann über den Baumkronen des Dschungels mit einer herrlichen Fernsicht. Weil die Maya-Pyramiden sehr steil sind, ist es in der Vergangenheit häufig zu Stürzen gekommen oder aber die Touristen sind zwar hinauf gekommen, oben aber in Ansicht der Tiefe unter ihnen in Panik geraten. Wir genießen die Zeit in Lamanai und genauso die Bootsfahrt zurück und erst als wir dann wieder in unsren Bus steigen, fallen ein paar Regenzeittropfen.

Written by Stephan Börries

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