Donnerstag, 14.12.2017, Paracas

Paracas ist ein kleiner Ort an der Küste der Provinz Pisco und hat neben einem lokalen Fischereihafen eine ganz hübsche Strandpromenade und überschaubare touristische Einrichtungen. Bei einem Spaziergang am Strand komme ich an einem hoch eingemauerten Grundstück vorbei. Auf der Mauer ist ein Sicherheitsposten auf dem drei Männer hinter Sandsäcken verbarrikadiert die Lage am Strand überwachen. Die Männer sind nicht uniformiert und sichern höchstwahrscheinlich widerrechtlich die „Festung“ eines regionalen Bosses. Bei uns würde man das als einen Ausdruck von Parallelgesellschaften ansehen, hier in Peru gehört das wohl dazu…..

Die Fischerboote von Paracas

Gleich hinter Paracas beginnt eine Wüstenlandschaft, die sich die Küste entlang zieht. Etwas weiter südlich befinden sich auch die berühmten Nasca-Linien (aus der Luft) bewundern, riesige Scharrbilder, sogenannte Geoglyphen, die bis zu 20km lange Linien, Dreiecke und trapezförmige Flächen bilden. Figuren wie Affen, Spinnen und Vögel mit einer Größe von zehn bis mehreren hundert Metern sind in den Hängen der Nascawüste in der Zeit zwischen 200 v.Chr und 600 n.Chr. entstanden, wurden in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts von der in Dresden geborenen Forscherin Maria Reiche entdeckt und geben der Wissenschaft bis heute Rätsel darüber auf, weshalb sie wohl entstanden sind.

Der Affe in den Nasca-Linien (Photo: Wiki commons)

Wir aber fahren durch die Wüstenlandschaft das Pisco-Tal hinauf, um zu den Ruinen von Tambo Colorado zu fahren, einer Inkafestung im Vorandengebiet.

Das „Sitzkissen“ unseres Busfahrers
Das Hinterland von Paracas
Spargelfelder in der Wüste
Das mittlere Pisco-Tal

Auf dem Weg dorthin sehen wir, wie die Wüste überall dort, wo Bewässerungssysteme angelegt werden, sich in landwirtschaftlich nutzbare Fläche verwandelt. Früher wurde hier hauptsächlich Baumwolle angebaut, eine Pflanze, die viel Wasser braucht. Heute werden unter anderem Spargel und Trauben angebaut, die auf die internationalen Märkte exportiert werden. Aber auch Wein wird in der Region gekeltert und daraus (zum Teil) ein Weinbrand hergestellt, der für den gleichnamigen Cocktail gebraucht wird und das Nationalgetränk Perus ist.

Die Inka-Festung Tambo Colorado
Alte Inka-Straße nach Cuzco

Nach gut einer Stunde Fahrt durch das Land kommen wir in Tambo Colorado an und besuchen die Festungsanlage, die anders als die berühmten Mauern von Cuzco nicht aus Steinblöcken gefügt, sondern aus Lehmziegeln errichtet wurden. Da es in dieser Gegend nie regnet, ist die Anlage recht gut erhalten. Die Festung diente zu Zeiten der Inka am Ende des 15. Jhdts. Der regionalen Kontrolle und war Teil eines von „Pfalzen“, mit denen die Herrscher von Cuzco aus ihr riesiges Reich verwalteten.

„Dorf“ zwischen Wüste und Feldern
ambitionierte Architektur im Weihnachtsschmuck
Kleinstadtstraßen

 

Written by Stephan Börries

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