Valparaíso ist eine der wichtigsten Hafenstädte Südamerikas und gilt als das geistige und künstlerische Zentrum Chiles. Hier tagt der chilenische Kongress, obwohl die Hauptstadt und der Regierungssitz im ca. 130km entfernten Santiago de Chile sitzen. Das (touristische) Bild Valparaísos wird geprägt von bunten Holzhäusern, die sich an die steilen Hänge der Küstenlandschaft schmiegen, aber auch von relativ häufig wiederkehrenden Stadtbränden (2014, 2017) und Erdbeben. trotzdem ist die Stadt so attraktiv, daß hier mittlerweile mehr als 300.000 Menschen leben.

Am frühen Morgen fahren wir aber vom Hafen ab, um uns Santiago anzusehen. Nachdem wir den Küstenstreifen verlassen haben, geht es auf einer Schnellstraße durch eine Landschaft, in der Weinfelder, Oliven- und Zitrushaine sich abwechseln. Bougainvilleen und Oleander lassen an Mittelitalien denken, nur daß hier die Felder und Plantagen riesig sind.

Nach knapp zwei Stunden Fahrt kommen wir im Zentrum von Santiago an und besuchen das Viertel um den Präsidentenpalast und das sogenannte New York herum, das so genannt wird, weil seine Banken- und Börsengebäude an das Manhattan um 1900 erinnern.

La Chascona, das Wohnhaus Pablo Nerudas

„Künstlerviertel“ Bellavista

Weiter geht es zur „Chascona“ dem Wohnhaus des Dichters und Politikers Pablo Neruda, der hier bis zu seinem Tod im Jahre 1973 lebte.

Unser nächster Besuch gilt der Gran Torre, dem mit 300m höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre. Die Expressaufzüge bringen uns hinauf zu den Besucherplattformen und von hier genießen wir einen Rundblick auf die Stadt. Santiago liegt am nördlichen Ende eines Tales, das sich zwischen dem Hauptkamm der Anden mit Gipfeln um 5000m Höhe und den Küstenkordilleren, die wir von Santiago kommend überquert haben, erstreckt. Diese Kessellage führt dazu, daß fast immer eine Dunstglocke über der Stadt hängt. So ist es auch heute und die schneebedeckten Gipfel der Anden sind nur undeutlich zu erkennen.

Gran Torre Costanera am Rio Mopoche

Blick über Santiago in Richtung Andenhauptkamm

Zum Mittagessen kehren wir in ein Lokal im Künstlerviertel bellavista zurück, das sich schon bei meinem letzten Besuch hier, als ein guter Platz erwiesen hat.

Restaurant „come Agua para Chocolate“

Bevor wir uns auf den Rückweg nach Valparaíso machen, darf ein Abstecher auf den Hauptplatz von Santiago de Chile nicht fehlen. Der Platz heißt hier Placa de Armas und wurde bei der Stadtgründung durch Pedro de Aldivia an der Stelle angelegt, wo schon das Machtzentrum der Inka lag, die vor den Spanieren die Gegend erobert hatten. Wie bei den Hauptplätzen der spanischen Kolonialstädte üblich, reihen sich die wichtigsten Gebäude der Stadt wie Kathedrale und Bischofspalast, Hauptpost, Kolonialregierung und Rathaus an den Seiten aneinander. In der Mitte der palmenbestandenen Platzanlage steht ein Brunnen und neben diesem zeigt ein „Nullkilometer“ das Zentrum von Chile an.

Die Kathedrale an der Plaza de Armas von Santiago de Chile

Von dieser Stelle an wird jeder Kilometer in Chile gemessen!!!

Written by Stephan Börries

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