Am Ende des Eyre-Fjordes haben wir den Pio-XI-Gletscher erreicht. Dieser Gletscher ist der größte Ausfluß aus den patagonischen Eisfeldern. Mit einer Länge von heute 66 km ist er der längste Gletscher der südlichen Erdhalbkugel außerhalb der Antarktis. Anders als die meisten Gletscher der Erde, ist der Pio-XI-Gletscher zwischen 1945 und 1976 um beträchtliche 5 km gewachsen und hat den Greve-See unter sich begraben. Insgesamt bedeckt der Gletscher eine Fläche von 1.265 km², was der Fläche Berlins zuzüglich der Fläche Hannovers entspricht. Heute ist das Wachstum des Gletschers zur Ruhe gekommen.

Die Eismassen des Pius-XI-Gletschers

Die Front des Gletschers zum Fjord hat eine Länge von mehr als einem Kilometer und die Abbruchkante ist an einigen Stellen bis zu 100 Metern hoch.

Weihnachtskekse on Ice
Der Baum steht schief!!!!

Vor dieser prächtigen Kulisse verbringen wir den Heiligabend und am Vormittag können wir mit den Zodiacs bis an den Gletscher heran fahren und immer wieder erleben wir auch Teilabbrüche von Eismassen. Zum „Aufwärmen“ machen wir Zwischenstation an einem Tender. Dort spielt die Bordband Weihnachtslieder und es wird Punsch und Gebäck herausgereicht.

Auf dem Weihnachtsprogramm stehen heute dann noch eine Weihnachtsshow, die Bescherung der Kinder, das große Weihnachts-Diner und auch noch ein Weihnachtsgottesdienst.

„El Brucho“ im Asia-Fjord

Den ersten Weihnachtsfeiertag verbringen wir in der südchilenischen Fjordlandschaft. Gleich morgens gibt es mit dem El Brucho Gletscher einen weiteren Höhepunkt. Der Gletscher ist ebenso wie der Pio XI Teil des Bernardo O’Higgins Nationalparks und gilt als einer der Schönsten der Region. Er liegt am Ende des Asia-Fjords und die blaue Eiswand spiegelt sich in der glatten Wasseroberfläche, auf der Eisbrocken schwimmen.

Die „Seaburn Quest“ im Asia Fjord

Auf dem Weg dorthin begegnen wir der Seaburn Quest, einem Kreuzfahrtschiff, das dem unseren in Größe und Passagierzahl ähnelt.

Ausfahrt aus dem Asia-Fjord
Uferlandschaften im Bernardo O’Higgins Nationalpark
Oh je! hoffentlich sind unsere Lotsen aufmerksam!

Im weiteren Verlauf des Tages bewegen wir uns durch Fjorde und Kanäle weiter in Richtung Süden, wo wir im Laufe des Abends in die Magellanstraße einfahren wollen, um dann morgen früh Punta Arenas zu erreichen. Dabei kommen wir auch am Wrack eines Schiffes vorbei, das vor mehr als siebzig Jahren hier havariert ist.

Im Hafen von Punta Arenas

Der zweite Weihnachtstag ist in Chile kein Feiertag und also erleben wir in Punta Arenas, der südlichsten Stadt des Landes, am heutigen 26. Dezember einen ganz normalen Werktag. Die Stadt wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und erlebte ihre Blüte ab den 1880er Jahren, als sie zu einem Weltzentrum der Schafzucht wurde. Wal- und Robbenfang waren eine weitere Einnahmequelle und im Zentrum der Stadt künden die „Paläste“ der früheren Schafbarone vom Wohlstand hier am „Ende der Welt“.

Der Palacio Sara Braun im Zentrum von Punta Arenas
Auf dem Friedhof von Punta Arenas
Steht das in Zusammenhang mit den aktuellen Koalitionsverhandlungen in Berlin?

Heute ist Punta Arenas mit seinen ungefähr 135.000 Einwohner ein wichtiger Marinestützpunkt, Standort einer Mineralölraffinerie und Ausgangspunkt für Expeditionen in die Antarktis und/oder Reisen in die Nationalparks von Patagonien.

Im Freilichtmuseum „Nao Victoria“ werden Nachbauten bedeutender historischer Schiffe gezeigt; die „Magellane III“ im Hintergrund gehört nicht dazu.

Die Temperaturen steigen hier auch im Sommer nie über 16°C, im Winter werden höchstens -8° gemessen.

Der Weihnachtsmüll geht in Punta Arenas von Bord

 

Written by Stephan Börries

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