Puerto Madryn ist eine Stadt mit ca 130.000 Einwohnern im südlichen Argentinien. Die Stadt entstand als Exporthafen für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die aus dem südlich gelegenen Tal der Flusses Chubut exportiert wurden und entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zu einem touristischen Zentrum. Von hier aus wird die Halbinsel Valdes mit ihren zahlreichen Kolonien von Wildtieren wie Pinguinen, Robben und Seelöwen besucht und die langen Sandstrände bringen Besucher aus den nördlicher gelegenen Provinzen des Landes aber auch aus Chile und Bolivien nach Puerto Madyn. Das Klima ist ein recht trockenes Wüstenklima mit einer Durchschnittstemperatur von 27°C im Sommer und auch recht milden Wintern. Und auch die Seewassertemperatur (heute 15°C!!) ist milder als an anderen Stränden Argentiniens…

Seelöwen an der Pier in Puerto Madryn

Unser heutiges Ziel sind weder Pinguine noch Badestrände sondern die Dörfer des Chubut-Tales, das ab 1865 von walisischen Siedlern fruchtbar gemacht wurde. Die Siedler kamen damals in diese entlegene Gegend der Welt, um ihre Glaubensvorstellungen, ihre Sprache und ihre Traditionen zu pflegen und zu leben, was ihnen in ihrer zunehmend von England dominierten Heimat Wales nicht mehr möglich schien.

Nach ersten, kargen Jahren wurde mit einemausgeklügelten Bewässerungssystem das Tal des Chubut auf eine Länge von 80km und einer Breite von knapp 16km zu einem grünen Paradies gemacht, von wo schon gegen Ende der 1880er Jahren Weizen in bester Qualität ausgeführt werden konnte.

Handelshaus in Dolavon
Welsh teatime
Der ehemalige Bahnhof von Gaiman

Nach Jahren des Niedergangs erlebten die walisischen Traditionen ab den 1970er Jahren eine Wiederbelebung und heute werden in den Dörfern viele Erinnerungsstücke aus der Siedlerzeit in kleinen Heimatmuseen präsentiert, überall gibt es „welsh teatime“ und die Gesangsvereine, in denen das walisische Liedgut gepflegt wird, haben viel Zulauf.

Für den Rückweg nach Puerto Madryn nehmen wir wieder auf der Nationalstraße 3, die hier ein Teil der Panamericana ist. Eineinhalb Stunden geht die Fahrt auf meist schnurgerader Straße durch die Pampa zwischen dem Chubut-Tal und Puerto Madryn. Einen Halt machen wir noch an einer Stelle, wo man die Rekonstruktion eines Riesensauriers aufgestellt hat, dessen Skelettreste hier in der Gegend im Jahr 2011 gefunden wurden. Der Dino hatte eine Länge von 40 Metern bei einer Höhe von knapp 20 Metern und ist nur einer von zahlreichen Artgenossen, die hier nachgewiesen wurden und die Region vor 95 – 100 Mio Jahren bevölkert haben.

 

Written by Stephan Börries

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