Am frühen Morgen erreicht MS EUROPA2 den Hafen von Buenos Aires. Schon seit dem Vortag hat sich das Wasser immer brauner gefärbt und hier in BA ist das „Meer“ sandfarben, was an den vielen Sedimenten liegt, die die unterschiedlichen Flüsse aus dem Hinterland ständig in den gewaltigen Mündungstrichter schwemmen. Die Sedimente werden durch die Strömungen immer wieder zu Sandbänken aufgeschwemmt, weshalb die Lotsen hier wirklich sehr gut arbeiten müssen.

Im Garten des Hotels „Le Hotel Palermo“

Aber wir sind glücklich angekommen, nehmen fröhlich Abschied von den Mitreisenden und der wunderbaren Crew und schon um 9:00h kommen wir in unserem Hotel im Stadtteil Palermo an. Das Hotel ist ein Oase in diesem angesagten Vierte, wo es zahllose Bars & Restaurants, Boutiquen und Märkte gibt und viele Häuser mit knallbunten Grafitti geschmückt sind.

Gerade noch ins MALBA gerettet

Und dann kommt auch der angekündigte Regen, der immer heftiger wird und wir uns dringend nach einem Schirm umsehen müssen. Zum Glück haben wir eine Verabredung mit Rechtanwaltskollegen, die uns zum Mittagessen im ehemaligen Hafenviertel Madeiro einladen. Das Mittagessen fällt so üppig (und ausführlich) aus, daß wir anschließen (fast) ohne Schirm durch die Innenstadt bummeln können.

Silhouette von Porto Madeiro am Abend

Unser Weg führt uns am Präsidentenpalast, der Casa Rosada, vorbei auf den Placa de Mayo und weiter durch die Prachtstraßen des Zentrums, die in vielem an Paris erinnern, nur das hier alles immer viel größer ist.

Casa Rosada an der Placa de Mayo

Denkmal für Julio Argentino Roca und Turm des Rathauses von Buenos Aires

Hauseingangsdetail in Microcentro

An der Placa de Independencia

Vor einem erneuten Regenschauer finden wir Schutz in einem der vielen traditionellen Kaffeehäuser. Das besondere an unserem ist das Untergeschoß, das berühmt für seine 36 Billardtische ist. Die Spieler, ausschließlich Männer meist fortgeschrittenen Alters, verbringen hier ihre Zeit mit Snookers oder auch Carambolage und lassen sich auch durch uns nicht stören.

Das Untergeschoß im „Los 36 Billiares

Am Abend besuchen wir auf mehrfache Empfehlung die Tangoshow im berühmten El Querandi, sind am Ende dann aber doch eher der Meinung, daß das eine hübsch gemachte Touristenfalle sei….

Unser zweiter Tag beginnt mit einem Besuch der Buchhandlung Ateneo, die in einem ehemaligen Theater eingerichtet wurde. Im Parkett und auf den Rängen befinden sich die Fachabteilungen der riesigen Buchhandlung, auf der ehemaligen Bühne ist ein Café eingerichtet und in den Logensesseln kann man es sich bequem machen und endlos in den Büchern stöbern.

Der ehemalige Zuschauerraum von der Bühne aus gesehen

Na ja, manche Besucher „checken“ auch nur

Durch das Viertel Recoleta mit seinen eleganten Wohnhäusern und den Straßen, in denen hohe Bäume für angenehmen Schatten sorgen (denn heute ist es wieder sonnig und warm) bummeln wir zum berühmten Friedhof. Hier treffen wir meinen Vetter Jürgen Maurer, der mit seiner Frau zur Zeit in Buenos Aires lebt und den ich zuletzt vor siebzehn Jahren in Florenz getroffen habe. Gemeinsam besuchen wir den Friedhof mit seinen monumentalen Grabanlagen. Das Mausoleum von Evita Peron lassen wir aus, da  wegen der Touristenmassen da eh kein Durchkommen ist.

Auf dem Cementerio de la Recoleta

„Was Ihr seid, das waren wir; was wir sind das werdet Ihr“

Nach einem Apero in der Casa Maurer geht es für uns weiter zu einem wunderbaren Mittagessen im Palacio Duhau und nach einem Abstecher zum berühmten Teatro Colon, wo unter anderem Enrico Caruso, Maria Callas und Arturo Toscanini Triumphe gefeiert haben, verbringen wir den Nachmittag im Viertel von San Telmo. Dieser Stadtteil im Süden des Zentrums war eine der „besseren“ bürgerlichen Gegenden, bis 1871 hier eine Gelbfieberepedemie ausbrach und jeder, der es sich leisten konnte, in die damals neuen Viertel Recoleta und Barrio Norte umzog. Nach jahrzehntelangem Niedergang hat sich heute in San Telmo eine bunte Mischung aus Galerien, Antiquitätenläden und einfacheren Restaurants angesiedelt. Eine große Markthalle aus dem 19. Jahrhundert bildet das Zentrum des Quartiers, Schulen, Büchereien, Kindergärten und kleine Läden zeigen an, daß hier auch noch gewohnt wird.

Das Museo de Arte Moderno in San Telmo

In der Markthalle von San Telmo

Der Meister pariert das Lomo

Den Abend verbringen wir dann wieder in „unserem“ Viertel Palermo und unseren Abschied von Buenos Aires feiern wir mit dem Besuch in einem ausgezeichneten Restaurant, wo wir uns ausführlich mit dem argentinischen Rindfleisch befassen!

Am Sonntag, den 7. Januar geht unser Aufenthalt in Buenos Aires leider zu Ende. Vom nahegelegenen Flughafen Aeroparque Jorge Newbery, der direkt am Ufer des Rio de la Plata liegt, geht der erste Teil unserer Rückreise nach Sao Paolo. Zum Glück haben wir auf unseren Concierge gehört, der uns empfohlen hatte, mindestens zwei Stunden vor Abflug dort zu sein. Wir waren zweieinhalb Stunden vorher da und haben die Zeit vollständig mit dem Warten in endlosen Schlangen vor den Abfertigungen, Sicherheitskontrollen, Ausreiseformalitäten ect.etc. verbracht.

Die Flüge mit der portugiesischen Fluggesellschaft TAP nach Sao Paolo, von dort nach Lissabon und weiter nach Berlin waren dann angenehm und pünktlich. Unser Gepäck war vollständig auf dem Band und Berlin hat uns mit einem prächtig blauen Himmel begrüßt.

Und zuhause in Berlin erwarten uns die Cloppenburger Neujahrshörnchen!!!

Written by Stephan Börries

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