Die Luxus-Wohnanlage Keppel Bay von Daniel Libeskind gegenüber unserer Pier

Während Singapur sonst häufig als Aus- und Einsteigehafen genutzt wird, sind wir dieses Mal zwei volle Tage in der „Löwenstadt“, in der es immer wieder neues zu sehen gibt.

Der kleinste Flächenstaat der Erde hat ungefähr fünfeinhalb Millionen Einwohner und als Containerumschlagplatz steht der Hafen an der Südspitze der malaysischen Halbinsel an zweiter Stelle der Weltrangliste.

Als Singapur sich 1965 aus der Malaysischen Union löste und selbständig wurde, war der rasante wirtschaftliche Aufschwung nicht vorhersehbar und das kleine Land zählte zu den ärmsten Ländern der Erde. Ein ziemlich autokratisches Regierungssystem schuf über fünf Jahrzehnte jedoch die Grundlage dafür, daß viele unterschiedliche Ethnien (77% Chinesen, 14% Malaien, 8% Inder sowie eine Restminderheit von „Europäern“ und anderen) friedlich miteinander leben und das kleine Land zu einer der führenden Wirtschaftsnationen der Erde machten. Elektro-, petrochemische Industrie und Finanzdienstleistungen bilden das Rückgrat der Wirtschaft und auch der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig.

Der Ingwer-Garten innerhalb des botanischen Gartens

Um einmal einen „grünen“ Tag in einer Metropole zu verbringen, gilt unser erster Ausflug den Gärten und Parks von Singapur. Und den beginnen wir natürlich in den botanischen Gärten, die bereits 1856 an ihrer heutigen Stelle angelegt wurden, mittlerweile eine Fläche von über 82ha bedecken und seit 2015 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Eine besondere Attraktion innerhalb der botanischen Gärten ist der National Orchid Garden, in dem mehr als 1000 Orchideenarten gezeigt werden. In einem Teil des Orchideengartens können die Besucher Züchtungen bewundern, die nach bedeutenden Menschen des öffentlichen Lebens benannt wurden.

Sieht die Orchidee unserer „Mutti“ ähnlich?

Die zweite Station an diesem Tag ist der HortPark. Diese Anlagen wurden ab 2007 in einem ehemals abgelegenen Tal angelegt, in dem sich auch die „Bauhöfe“ der städtischen Gartenbaubetriebe befinden. Von einem vielfach preisgekrönten Eingangsbauwerk, in dem sich Vortrags- und Verwaltungsräume, sowie eine ausgezeichnetes Restaurant befinden, entwickelt sich ein traumhaft gestalteter Landschaftsgarten, der in eine Reihe von kleineren Themengärten übergeht, in den der Stadtbewohnern die Beschäftigung mit den Themen Pflanzen und Garten nahe gebracht werden soll. Es gibt Kräutergärten, Gärten für Kinder, Gemüsegärten und noch viel mehr. Ganz am Ende des HortPark stehen ein paar Schaugewächshäuser und dahinter geht es unmerklich in die Arbeitshöfe des Grünflächenamtes über.

„Dschungel“ in der Stadt

Den Nachmittag beginnen wir mit einem Spaziergang auf den Southern Ridges. Das ist ein insgesamt 10km langer Wanderweg auf einem Höhenrücken. Der Abschnitt, den wir gehen wollen, erhebt sich zum großen Teil auf Stahlstelzen hoch über einem dschungelartigen Geländer. Als ein kräftiger Tropenschauer niedergeht, brechen wir den Spaziergang ab. Teilweise nass bis auf die Knochen, finden wir Unterstand in einer Schutzhütte und einige beschließen dann auch, den Ausflug mit diesem Erlebnis zu beenden.

Regenguß bei 30°

Der Rest der Gruppe setzt das geplante Programm mit dem Besuch der Gardens by the Bay fort. Das Areal ist Teil eines Grünflächenkonzeptes, das Singapur auf dem im Meer aufgeschütteten Land plant. Die Parkanlage verfolgt ein völlig anderes Gartenkonzept, als das, was wir aus traditionellen Gärten kennen. Erkennungszeichen des Parks sind die „Super-Trees“, baumähnliche Konstruktionen aus Stahl, die Teil eines intelligenten Öko- und Energiesystems sind, das in der Anlage umgesetzt wurde. Seit der Eröffnung im Jahr 2012 haben bis 2015 schon 20 Millionen Besucher die Anlage Gardens by the Bay zu einem der meistbesuchten Attraktionen von Singapur gemacht.

Der Wasserfall im Regenwald-Haus

In einem der beiden riesigen Gewächshäuser wird den Besuchern die Welt des Regenwaldes nahe gebracht. Mit einem Aufzug fährt man bis auf eine Höhe von ungefähr 30m von wo ein stählerner Steg um den künstlichen berg herum langsam in die Tiefe führt. Der „Berg“ ist von außen mit den entsprechenden Pflanzen bestückt und je weiter man in die Tiefe kommt, desto feuchter und schattiger wird die Vegetation.

Zauberblumen im Regenwald……

…sind bei genauem Hinsehen aus LEGO; sie mögen’s halt bunt und verspielt!

Unser zweiter Tag in Singapur gilt der zeitgenössischen Architektur und beginnt mit dem Besuch von The Pinnacle@Duxton. Diese Wohnanlage besteht aus sieben Türmen, die auf der 26. und der 50. Etage mit einer Gartenetage untereinander verbunden sind. Diese Dachgärten stehen den Bewohnern neben ihren Balkonen für den Aufenthalt im Freien zur Verfügung und sind mit ihrer Länge von je 500m die längsten Dachgärten der Welt.

Am Modell der Innenstadt; alles was holzfarbig dargestellt ist, soll in den nächsten Jahren gebaut werden.

Im Gebäude des Stadtplanungsamtes von Singapur besuchen wir dann die Ausstellungsräume, in denen mit großen Modellen die Stadtentwicklung und die weitere Planungen anschaulich dargestellt werden.

Typische Shop-Houses in China-Town

Durch China-Town geht es zu Fuß bis zum Singapore River und nach dem Mittagessen weiter bis zu den Theatern an der Esplanade mit ihrer eigenwilligen Dachgestaltung.

Esplanade-Theatres, Haupteingang

Zum Abschluß machen wir noch einen Abstecher zum Marina Bay Sands Hotel. Mit seinen drei Türmen (191m hoch) und dem darüber liegenden „Brett“, auf dem sich Bars, ein Dachgarten und der berühmte Infinity-Pool befinden, ist das Gebäude längst zum neuen Wahrzeichen von Singapur geworden.

Das Marina Bay Sands Hotel, über 2.500 Zimmer; davor die Konferenz und Einkaufs-Center (Malls). Im Vordergrund der wasserspeiende Merlion, das Maskottchen für die Stadt Singapur

Nach zwei intensiven Tagen machen wir am frühen Abend die Leinen los, verlassen das faszinierende Singapur und fahren in Richtung der Straße von Malakka.

Written by Stephan Börries

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