Westerplatte mit Denkmal an der Weichselmündung in Danzig

Als wir heute Morgen im Danzig von Bord gehen, befinden wir uns direkt vor der Westerplatte, dem Ort an dem der zweite Weltkrieg seinen Ausgang genommen hat. Durch die weitläufigen Hafenanlagen geht es dann direkt mit dem Bus in das historische Danzig.

Das Kranentor an der alten Mottlau ist das Wahrzeichen Danzigs. Im Hintergrund das Museum des 2.Weltkriegs.

Die historische Innenstadt ist unterteilt in die Altstadt, die Rechtsstadt und die Vorstadt. Der berühmteste Teil ist die sogenannte Rechtsstadt. Hier befinden sich mit der Marienkirche, dem Rat- und dem Zeughaus auch die wichtigsten Gebäude der Stadt. Durch die Rechtsstadt führt die Langgasse, die in den Langmarkt übergeht. Hier stehen die prächtigsten Patrizierhäuser und hier hatten auch die Kaufmannschaften und Gilden ihre prunkvollen Gebäude von denen der Artushof wohl der bekannteste ist.

Langer Markt mit Rathaus und Artushof (rechts davon)

Lange Gasse in Richtung Westen mit dem Langgasser Tor als Abschluß

Im Westen betritt man die Rechtsstadt gleich durch drei hintereinander gelegene Stadttore, die aus unterschiedlichen Epochen stammen und als städtische Repräsentationsbauten einander geradezu übertrumpfen wollen. An der Ostseite der Rechtsstadt befindet sich dann das sogenannte grüne Tor, das aber ein Backsteinbau mit dreibogigem Durchgang zum Ufer der Mottlau ist. Über den Durchgängen befindet sich ein Renaissancepalast, der den polnischen Königen als offizielle Residenz diente, wenn er sich in Danzig aufhielt.

Die Marientränke, eine der malerischsten Gassen von Danzig ohne die sonst hier üblichen Menschenmassen

Die „Beischläge„, kleine Terrassen vor den Kaufmannshäusern, sind eine Besonderheit in Danzig

Nach der fast vollständigen Zerstörung der Stadt im zweiten Weltkrieg wurde der historische Stadtkern von Danzig wiederaufgebaut. Dabei ging man so vor, daß die bedeutendsten Einzelbauten und Straßenzüge weitgehend authentisch wiederhergestellt wurden. Man hat aber nicht alle engen Gassen und Winkel rekonstruiert, sondern die Innenhöfe der Blöcke weiter und luftiger rekonstruiert und auch die Straßen teilweise den zeitgenössischen Bedürfnissen angepaßt.

Sankt Katharinen und rechts davon die Große Mühle, die am Ende des 14. Jahrhunderts über insgesamt 14 Wasserräder verfügte, die zusammen eine Leistung von 600PS erbrachten.

Das Netzgewölbe in Sankt Katharinen

Das Innere der alten Markthalle von Danzig

Und wenn man sich etwas abseits der Touristenströme hält, läßt es sich zum Beispiel im Haus zum Salm (Dom Pod Lososiem) vorzüglich speisen.

Für das einzigartige Ergebnis dieser Leistung des Wiederaufbaus wurde die Innenstadt von Danzig zum Weltkulturerbe erklärt, nicht t die herausragende Bedeutung des Stadtbildes oder einzelner Bauten. Darin gleicht Danzig übrigens der Stadt Le Havre in Frankreich.

Written by Stephan Börries

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