Mit Cobh erreichen wir heute unseren ersten Hafen in Irland. Das Städtchen mit seinem Tiefseehafen, einem der größten der Erde habe ich ja schon bei anderer Gelegenheit besucht und beschrieben. Deswegen halten wir uns auch gar nicht lange hier auf, kümmern uns diesmal auch wenig um die tragischen Geschichten von Titanic und Lusitania, die mit diesem Hafen in Verbindung gebracht werden, sondern fahren in den Süden Irlands, um uns einige Sehenswürdigkeiten an der Bantry Bay anzusehen.

Wir sind nicht mehr in England! Auf dem kleinen blauen Schild steht geschrieben, daß das Betreten der Rasenfläche nicht erwünscht ist.

Der wunderbare italienische Garten auf Garinish, der die Berge der Landschaft in die Komposition der Bilder einbezieht.

Bis zu dem kleinen Ort Gariniff sind es mehr als zwei Stunden Busfahrt, aber die wunderschöne irische Landschaft mit grünen Weiden und kleinen Dörfern läßt die Zeit fast wie im Flug vergehen. In Gariniff besteigen wir dann ein kleines Boot, das uns in kurzer Fahrt nach Garinish Island übersetzt. Die kleine Insel ist nur fünfzehn Hektar groß und ist mit einer einzigen Gartenanlage bedeckt, die in den Jahren 1910 bis 1914 von dem berühmten englischen Gartenarchitekten Harold Peto erdacht und vom nicht weniger berühmten Gärtner Murdo Mackenzie für das Ehepaar John und Violet Annan Bryce umgesetzt wurde.

Die Anlage besteht aus mehreren Gartenteilen, bezieht die umliegende faszinierende Landschaft der Bantry Bay mit ein und zählt zu den großartigsten Gärten seiner Zeit.

Ausblick von Garinish auf die Bantry Bay

Auf dem Rückweg nach Gariniff machen wir mit dem Boot noch einen kleinen Umweg und fahren an der Seal Island vorbei, einer kleinen Insel, auf der eine Robbenkolonie lebt und von uns überhaupt nicht beeindruckt ist.

Das geplante Mittagessen wird unerwarteter Weise zu einer kleinen Herausforderung, denn das Restaurant hat eine Doppelbuchung gemacht und als wir ankommen, sind unsere Plätze bereits besetzt. Zum Glück läßt sich für unsere Gruppe von immerhin 33 Personen eine Alternative in einem Hotel finden, so daß dieser Tag nicht zu einem unfreiwilligen Fastentag werden muß.

Die East Stables von Bantry House sind nie fertig geworden und dienen als Kulisse innerhalb der Gartenanlage

Der Nachmittag gehört dann Bantry House Garden, der ebenfalls zu den schönsten Gärten Irlands zählt. Wir haben das Glück, von Mrs Shell White, der Witwe des Grafen Bantry, empfangen und durch den wunderbaren Garten geführt zu werden. Auf sieben unterschiedlichen Terrassen liegen Herrenhaus und Gärten über der Bucht und je höher man die Anlage hinauf steigt, desto spektakulärer öffnet sich der Blick auf die Bantry Bucht. Wo früher gut und gern ein dutzend Gärtner und auch mehr beschäftigt waren, um die Anlage in Schuß zu halten, müssen Parterres und Rabatten nun von zwei hauptamtlichen Kräften und ansonsten von Familienmitgliedern instand gehalten werden und wie an vielen anderen Plätzen auch, wird mit Hochzeiten, Bed&Breakfast und „Events“ versucht, ein wenig Geld in die Gartenkasse zu spülen.

Das hintere Parterre von Bantry House

von den oberen, leider ziemlich zugewucherten Terrassen bietet sich eine spektakuläre Aussicht über das Herrenhaus hinweg auf die Bantry Bay

Written by Stephan Börries

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