Die Seine mit dem Pont de Normandie heute Morgen
MA EUROPA an der Pier von Honfleur

Als wir am frühen Morgen die Seinemündung und damit unsere erste Destination auf dieser Reise erreichen ist es mit 18°C angenehm frisch und eine leichte Jacke ist genau der richtige Anzug. Im Laufe des Tages klart es aber immer weiter auf und der Nachmittag zeigt sich mit strahlendem Himmel und steigenden Temperaturen.

Honfleur liegt an der Seine-Mündung gegenüber von Le Havre und ist mit seinem Hafen und den zahlreichen alten Häusern einer der reizvollsten Orte der Normandie. Nach der Gründung von Le Havre im Jahr 1517 durch Befehl des französischen Königs Franz I. verlor Honfleur seine herausragende Bedeutung und verfiel in eine Art Dornröschenschlaf, aus dem es erst im 19. Jahrhundert geweckt wurde, als mit den Sommerfrischlern aus Paris auch die Maler des Impressionismus hierher kamen und den pittoresken Ort für sich entdeckten.

Treckertreffen in Honfleur

Unser Ziel ist heute aber nicht das romantische Honfleur – das zudem an Sonntagen, wie heute sehr gut besucht ist, sondern wieder die alte Bischofsstadt Bayeux. Wir besuchen die Kathedrale, die von Bischof Odo, einem Halbbruder vom Wilhelm dem Eroberer, im Jahre 1047 begonnen wurde und hören die wunderbare Orgel, die zu Beginn der Sonntagsmesse mit großem Gebrause ertönt. Nach einem Gang durch die Altstadt ist unser zweites Ziel hier in Bayeux natürlich der berühmte Teppich, der eigentlich gar kein Teppich ist, sondern ein über 60m (!) langes und etwa 50cm hohes Leintuch, das vor 1077 in leuchtenden Farben bestickt wurde. Die Stickerei erzählt in 37 Szenen sehr lebendig und detailreich die Eroberung Englands im Jahr 1066 durch Herzog Wilhelm der Normandie, der von da an den Beinamen „der Eroberer“ führte. Kurz nach dem Jahrestag der alliierten Invasion in der Normandie, kommen einem beim Betrachten so manche Parallelen in den Sinn.

Eine der Szenen aus dem teppich von Bayeux

Zum wunderbaren Mittagessen fahren wir in das Calvados, wo wir uns im Chateau d’Audrieu von der Küche der Normandie verwöhnen lassen.

Chauteau d’Audrieu, diesmal bei Sonnenschein

Auf dem Weg zurück nach Honfleur besuchen wir in Caen, der alten Hauptstadt der Basse Normandie, die Abbeye aux  Hommes und die Abbeye aux Dames. Beide Abteien wurden von Wilhelm dem Eroberer und seiner Frau Mathilde gegründet. Erstere wurde dann auch die Grablege Wilhelms und in der zweiten befindet sich das Grab seiner Gattin. Die Abteikirchen bilden den Höhepunkt der normannischen Romanik und hatten großen Einfluß auf die Baukultur Englands und auch Frankreichs. Obwohl im Kern noch klar romanisch geprägt, zeigen sich aber auch schon erste Entwicklungen zur Gotik.

Caen, Abbeye aux Dames, begonnen 1060
Zurück an Bord

Written by Stephan Börries

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