Mahnmal auf deutschen Binkeranlagen auf der Pointe du Hoc

Wegen der Auswirkungen eines Wirbelsturmes, der in den vergangenen Tagen auf dem Atlantik tobte und für Wellen mit einer Höhe von bis zu siebzehn Metern sorgte, ist unser Reiseverlauf ein weiteres Mal abgeändert worden: wir laufen den Hafen von Brest nicht an und auch der geplante Besuch auf der Belle Ile muß ausfallen. MS EUROPA2 wurde „umgeroutet“ und statt der Bretagne besuchen wir heute die Normandie, wo wir den Hafen von Cherbourg anlaufen.

Dieser Hafen wurde im 18. Und 19. Jahrhundert als Überseehafen angelegt und besitzt die größte künstliche Rade Europas. Von hier gingen die großen Ozeandampfer in Richtung Amerika ab und auch die Titanic nahm in Cherbourg die letzten Gäste auf für ihre erste und letzte Fahrt. Im zweiten Weltkrieg ging das historische Stadtbild in den Bombardements verloren und außer dem recht hübschen Segelhafen und dem Meeresmuseum, das im ehemaligen Überseebahnhof eingerichtet wurde, ist Cherbourg-en-Cotentin, das heute ca 38.000 Einwohner zählt, nicht besonders attraktiv.

Dafür bietet sich Cherbourg als Ausgangspunkt für einen Ausflug an den Küstenabschnitt der Normandie an, wo die alliierten Streitkräfte am 6. Juni 1944 anlandeten und die große Schlacht um die Normandie einleiteten. Dieses Ereignis ist als D-Day bekannt und stellte die entscheidende Wende im zweiten Weltkrieg dar. An diesem Tag landeten insgesamt 836.000 Männer, US-Amerikaner, Briten, Kanadier, Polen und viele Freiwillige anderer Nationen an den Stränden der Normandie.

Eines der zahlreichen Mahnmale in Omaha Beach

Unsere erste Station ist die Pointe du Hoc. An dieser Stelle, einer Felsnase an der Steilküste, eroberte ein US-amerikanisches Ranger Batallion ein deutsches Fort und sicherte damit die Landung der alliierten Truppen, die dann an den Stränden Omaha, Utah und anderen an Land gingen und gegen die deutschen Stellungen kämpften. Allein an diesem einen Tag starben mehr als zehntausend der alliierten Soldaten.

Omaha Beach

Nach einem weiteren Stop an Omaha Beach besuchen wir den großen amerikanischen Soldatenfriedhof, der in einer riesigen Parkanlage direkt oberhalb von Omaha Beach direkt am Meer liegt.

Nicht nur Grabkreuze auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof
Der Fischerhafen von Port en Bressin
Jakobsmuschelschalen am Srand von Port en Bressin

Zu Mittag legen wir in dem kleinen Fischerdorf Port en Bressin eine Pause von all den Kriegsschauplätzen ein und besuchen danach den deutschen Soldatenfriedhof, auf dem mehr als 20.000 Angehörige der Wehrmacht bestattet liegen.

Der deutsche Soldatenfriedhof in La Cambe

In Sainte-Mère-Eglise sehen wir die Dorfkirche, an der der US-amerikanische Fallschirmspringer John Steele am Kirchturm hängen blieb und besuchen ein sehr eindrucksvolles Museum, das den dramatischen Ereignissen des 6.Juni 1944 gewidmet ist. Es ist nur eines in einer ganzen Reihe von Museen, die alle die Landung der Alliierten thematisieren und unser Reiseführer merkt ein wenig zynisch an, daß der D-Day für den Tourismus der Region eine der wichtigsten Attraktionen geworden ist.

John Steele als Touristenattraktion
Das sehr beeindruckende Museum vom Sainte-Marie-Mère

Die Rückfahrt nach Cherbourg geht dann durch die grüne und ruhige Landschaft des Cotentin und am frühen Abend kommt sogar noch einmal die Sonne durch.

Apfelbäume im Cotentin
Kurz vor dem Auslaufen aus dem Hafen von Cherbourg

Written by Stephan Börries

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