A Coruna ist der wichtigste Hafen von Galicien. Aber wegen der felsigen und rauhen Küstenformationen ist der Hafen für den Containerverkehr nicht wirklich gut geeignet. Deshalb werden hier vor allen Dingen Rohöl, Kohle, Zement und Holz umgeschlagen, also vor allem schütt- und Stückgüter. Davon dann aber immerhin ca. 13 Mio Tonnen pro Jahr. Dazu kommen dann noch jede Menge Kreuzfahrtgäste; in diesem Jahr sind wir das 180. Kreuzfahrtschiff, das den Hafen anläuft, nach der MV Queen Victoria (Cunard, ca. 2.300 Gäste und ca. 900 Crew), die schon an der Pier liegt, als wir gegen 10:00 fest machen und vor MS AIDA prima (4.300 Gäste und ca. 900 Crew), die kurz nach uns in den Hafen einläuft. Da wirken wir mit derzeit 178 Gästen und 168 Crew an Bord geradezu wie ein Beiboot.
A Coruna, das ist die galicische Schreibweise, hatte im 14./15. Jahrhundert eine Blütezeit, als im Hafen der Stadt die Pilgerschiffe aus England ankamen und die Wallfahrer von hier aus zu Fuß nach Santiago di Compostela weiterzogen. Viele Gäste der drei hier liegenden Schiffe haben heute wohl das gleiche Ziel, wenn auch bei den meisten der religiöse Ansatz sicher nicht im Vordergrund steht.

Mein Ziel ist heute aber Lugo. Diese Stadt am Flüßchen Mino liegt knapp hundert Kilometer landeinwärts und ist die älteste Stadt Galiciens. Um 13 v.Chr. wurde die Stadt als Lucus Augusti gegründet und im 3. Jahrhundert mit einer Stadtmauer versehen. Diese Stadtmauer ist komplett erhalten und von den ursprünglich 85 Türmen gibt es immerhin noch 46. Auch von den heutigen zehn Stadttoren stammen drei noch aus spätrömischer Zeit. Die Stadtmauer hat eine Gesamtlänge von mehr als zwei Kilometern und umschließt eine Fläche von knapp 35ha. Bei schönen Wetter kann man auf der Mauerkrone, die durchschnittlich fünf Meter breit ist, einen Rundgang um die Altstadt von Lugo machen.

Die großen Veranden stehen für die regenreiche Region Galicien!

Aber es ist heute kein schönes Wetter. Deshalb ist unser Besuch auf der Mauer nur kurz, der in der Kathedrale etwas länger und die meiste Zeit verbringen wir bei einem ausgedehnten Mittagessen. Denn was kann man bei Regenwetter besseres tun, als in einem erstklassigen Lokal in netter Gesellschaft gut zu Essen und zu trinken!

Während der einstündigen Rückfahrt nach A Coruna halten wir Siesta und als wir dann beim Herkulesturm anlangen, einem im Kern ebenfalls römischen Leuchtturm, der seit fast zweitausend Jahren seinen Dienst tut, steigen nicht mehr alle aus dem Bus, um sich dieses Beispiel für ultranachhaltiges Bauen anzuschauen. Das liegt aber auch am kräftigen Regen, der die Mutigen am Ende dieses Ausflugtages doch noch vollständig durchnäßt.

Written by Stephan Börries

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